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Upcycling: Aus Hemd mach Hose – der richtige Weg?

Hose nach Klimperklein aus altem T-shirt
Hose nach Klimperklein aus altem T-shirt

Haha, reingefallen. Das war noch gar nicht die Sommerpause auf dem Blog. Das war bloß eine gewöhnliche Pause. Die Sommerpause kommt noch. Heute kommt aber erstmal die Fortsetzung der Serie „Recycling und Upcycling – Himmel oder Hölle?“, bei der sich das Duo Häkel/Näh ein paar Gedanken rund um Wiederverwertetes aus Textil macht. Zum Hochsommer hin fehlten ein paar kurze Hosen um Schrank. Gleichzeitig hatte Vater Näh eines seiner Lieblingshirts endgütlig zu Ende getragen. Der Kragen war kaputt, die Ärmel  löchrig und auch im Rumpf des Shirts wohnte das ein oder andere Loch. Die Entscheidung fiel schnell: der wunderbare Schnitt von Klimperklein für ein paar Sommerhosen wurde so auf das Hemd aufgelegt, dass alle Löcher umschifft waren und aus dem Hemd wurde eine wunderbare Hose, die als grau-blau gestreifter Baumwollstrick mit luftiger Optik super in den Sommer passt. Papa sieht sein geliebtes Hemd nun am Sohnemann, außerdem wurden nullkommanull Euro für Stoff (und ein paar Cents für Hosengummi und Bündchenware) ausgegeben. Ideallinie. Aber es bedurfte noch einer zweiten Hose. Aus Gründen der Zeitersparnis wurde auch hier das

Hose nach Klimperklein aus neuem Shirt
Hose nach Klimperklein aus neuem Shirt

Klimperklein-Schnittmuster genommen. Der Stoff stammt von einem Shirt, dass zwar für Vater Näh güstig eingekauft wurde, sich dann aber als viel zu groß entpuppte. Das zu verarbeiten war natürlich ein Traum: das Material weich und geschmeidig, ohne Löcher im Hemd konnte ich das Schnittmuster genau so auflegen, wie ich das haben wollte und konnte mir so durch die Verwendung des Originalsaums das Säumen sparen. Nicht mal Bündchenware fiel hier an, weil ich aus dem elasischen Jersey auch das Bündchen am Bauch gestalten konnte. Also Ende gut, alles gut? Ich bin nicht sicher. Bei Hose Nummer 1 – blau mit grauen und weißen Streifen – hatte zwar das Ausgangsprodukt das Zeitliche gesegnet und so kann wenigsens ein Teil des Materials weiter verwendet werden. Außerdem dürften da so ziemlich alle Chemikalien rausgewaschen sein. Allerdings war das Reinfummeln des Schnittmusters in eine löcherfreie Zone eher aufwändig und realitiv große Stücke Stoff wurden dennoch der Mülltonne übereignet. Mit einem kleinteiligeren Schnittmuster hätte ich das Shirt wohl besser ausgenutzt, aber sei es drum. Die Hose aus dem blau geringelten Jersey nun bereitet mir

Hose nach Klimperklein aus T-shirt
Die Hose sitzt sommerlich luftig!

Bauchschmerzen. Denn das Hemd, aus dem sie entstanden ist, war tiptop in Ordnung. Der Transformationsprozess Habe-Hemd-brauche-Hose war hier eventuell nicht zu Ende gedacht. Denn nun sind in dieser Hose weitere Arbeitsstunden verschwunden, ohne dass sich am Endprodukt wirklich etwas verbessert hätte – es ist ja nur anders geworden. Wer findet, dass Klamotten, die prima in Ordnung sind, nicht zum Upcycling zerschnibbelt werden sollten, hat in Nürnberg und Umgebung unter anderem folgende Alternativen:
– Die Läden der Tafel. Nehmt einfach mit der Tafel in eurer Nähe Kontakt auf, um zu erfahren, ob ihr die Sachen vorbei bringen könnt.
– Second-Hand-Läden oder Flohmärkte. Eine Übersicht findet ihr hier. (Die Broschüre enthält Werbung – ich verlinke sie trotzdem, weil ich den Eindruck habe, dass er Informationsgehalt ausreichend hoch ist.)
– Der Kleidertausch in Vischers Kultur-Laden. Bring bis zu zehn Kleidungsstücke mit und schau dich nach einzutauschenden schönen Stücken um.

Die Ringelhose mit luftigem Bein
Die Ringelhose mit luftigem Bein

Keine Frage – Kleider einzutauschen, abzugeben oder weiterzuverkaufen kostet Zeit, außerdem sind dann noch nicht die Kleidungsstücke angeschafft worden, die man gerade braucht. Wer aus alt neu (oder aus passt nicht – passt) macht, spart sich im Prinzip einen Arbeitsschritt, weil keine Zeit mehr für Neuanschaffungen drauf gehen. Dennoch scheint mir auch in diesem Fall das Upcycling nicht der Königsweg zu sein. Was meint ihr?

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