Nähen

neue Mützen, oder: Tabula rasa

Halssocke und Mütze
Auf der Rückseite hat die Halssocke eine Knopfleiste aus Jersey-Druckknöpfen.

Winterpause ist gleich Nähpause ist gleich Blogpause. Wenn es mal so einfach wäre. Dass hier lange geschwiegen wurde, hängt nämlich vor allen Dingen damit zusammen, dass der Haushalt Näh so gar nicht auf Pause eingestellt war. Weder an der Nähmaschine noch in weiteren Lebensbelangen. Nicht nur, dass ich vom Nähtisch kaum weggekommen bin, auch hat Vater Näh in den letzten Wochen zwei Zimmer komplett umgestaltet. Ich habe hierbei mein Bestes gegeben, nicht im Weg zu sein. Da wird man, so höre ich euch sagen, zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen können! Und richtig: wer näht, stört nicht weiter. Also habe ich bei der Umbauaktion meinen Platz eingenommen und der war in der Regel an der NähMa oder Overlock (oder sonst irgendwo weit weg). Einiges kann ich euch schon gar nicht mehr zeigen: einige Geschenke sind in einem Paket verschwunden und versendet worden, bevor ich sie abfotografieren konnte. Für diese süßen Mützen galt das allerdings nicht. Nachdem Sohnemann seit Herbst zwischen Wohnung, Schule und Hort pendelt, ist der Mützenschwund im Haushalt plötzlich wieder ein Thema geworden. Also wollte ich Abhilfe schaffen und verarbeitete zwei Reststücke aus Sweat in türkis und grün mit Maxi-Punkten, die ich vor einiger Zeit auf dem Stoffmarkt ergattert hatte, zu einem Set aus Mütze und Schal nach einem Freebie der Rockerbuben. Die Halssocke ist wirklich genial, weil man sie dank der Knopfleiste – nicht im Bild – nicht über den Kopf ziehen muss und gut an den Hals anpassen kann. Auf die Dreiteilung des Schnittmusters, die vorgesehen ist, habe ich verzichtet. Ich fand das Stoffdesign dafür nicht ausgelegt. Aber da ich gerade dabei war, schnitt ich aus einem witzigen Lillestoff noch eine Jersey-Variante für den Frühling zu. Der Stoff stammt aus einem Restpostenverkauf aus der Wunderburg und kam auf ausdrücklichen Wunsch von Junior mit. Die folgende Anprobe brachte nun zwei überraschende Ergebnisse hervor. Erstens: Zwei Lagen Sweat sorgten dafür, dass der Beanie nun um Haaresbreite zu klein fürs Kind war.

Mütze mit Krempe
Die Mütze nach dem Schnitt der Rockerbuben: auch schön mit Krempe!

Mist! Zweitens: Der dahingegen wunderbar passende Beanie aus Jersey offenbarte, dass meinem Kind Beanies überhaupt nicht stehen. Was also tun? Für Problem Nummer Zwei fand ich schnell Abhilfe. Ich nähe von Hand eine Krempe um, sodass die Mütze nun eng am Kopf sitzt. So sieht das gut aus. Auch Problem Eins ließ sich lösen, nämlich durch konsequentes Weiterreichen von Mütze und Schal an eine Kollegin, deren Kind etwas jünger ist als meines. Und siehe es: sitzt, wackelt und hat Luft. Und weil ich ja gerade eh nicht so am Pause machen war, räumte ich in diesem Zuge auch noch mal meine Stoffkisten auf. Einige Stoffe, die ich noch behalten hatte, „weil man ja auch mal was für Freunde näht“, oder was man sich sonst noch so alles einredet, sind aus meiner Sammlung rausgeflogen. Die Motive waren einfach nicht mehr angemessen für ein Schulkind. Gut ein Viertel meiner ewigen Restkiste habe ich so durchgereicht an eben jene Kollegin, die daraus zeitnah etwas für ihr Kind herstellen kann. Der Platz soll freilich nicht lange leer bleiben. Ich möchte ihn mit Stoffen belegen, die ich dann für mich verarbeiten kann. Aber jetzt genug von ungelegten Eiern. Meine Mützen wandern als Produkte für Jungs noch zu Made4Boys – und ich zurück in mein pausefreies Leben.

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