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Frau Häkel goes shopping: Porzellinermarkt in Selb

Das sind meine Einkäufe auf Europas größtem Porzellanflohmarkt.
Die Ausbeute eines Tages auf dem Porzellinermarkt in Selb

Das erste Augustwochenende ist bei Familie Häkel jedes Jahr fest verplant: Frau Häkel fährt da nämlich nach Selb in Oberfranken um ihre Leidenschaft für Porzellan auszuleben. Ehrlich, in Oberfranken gibt es ein Sprichwort: Porzellan ist eine Krankheit, die hat man oder hat man nicht. Ich bin eindeutig infiziert vom Porzellan-Virus. Während meine AltersgenossInnen ihr Geschirr von Ikea beziehen, fahre ich eben auf einen den größten Porzellanflohmarkt Europas. Und dieses Jahr könnt ihr sogar sehen, was ich ergattert habe!Wir sind immer ziemlich früh unterwegs, diesmal waren wir um 6 Uhr schon in Selb. Es gab dieses Jahr angeblich an die 300 Stände ausschließlich mit Porzellan, Keramik, Steingut und vereinzelt auch Glas. Für mich ist der Flohmarkt jedes Jahr ein tolles Erlebnis: Nicht nur, weil man günstig Sachen kaufen und damit richtig Geld sparen kann. Es geht auch darum, schönes Design aus hundert Jahren deutscher Porzellan-Produktion zu sehen und zu genießen. Gerade jetzt, wo ich angefangen habe, Vollzeit zu arbeiten, war es eine gute Gelegenheit, den Kopf mal mit ganz anderem Input zu füttern. Man kann auf dem Porzellinermarkt in Selb alles finden: Skulpturen, Geschirr, Vasen, Designstücke in limitierter Auflage, Neues und Altes, Sachen aus der Berufsschule für Porzelliner, die nie in Serie gegangen sind, Wertvolles und Wertloses und natürlich jede Menge Kitsch!

Dieses Jahr musste ich mich schwer beherrschen, denn ich habe ein schönes Kaffee-Service nach dem anderen gesehen. Aber ich habe schon zwei! Also habe ich mich auf die Sachen beschränkt, die ihr jetzt auf den Fotos seht…

An diesen beiden Honigtöpfchen gefällt mir besonders das 60er Jahre Muster.
Zwei Töpfchen mit Deckel für Honig und Marmelade, wahrscheinlich aus den 60ern

Als erstes habe ich das Marmeladen- und das Honigtöpfchen ergattert. Da waren wir aber schon bestimmt eine Stunde unterwegs! Ich mag Sachen aus den 50er und 60er Jahren, nicht nur beim Porzellan. Auch die Möbel gefallen mir gut. Altes Geschirr erzählt immer auch eine Geschichte, finde ich. Bei diesen zwei Sachen kann man zum Beispiel sehen, dass der Marmeladentopf viel öfter benutzt wurde als der Honigtopf!

Danach kam der Waschbär. Ich sage jetzt mal Waschbär dazu, so genau kann man das eigentlich nicht erkennen… Der ist ein russisches Fabrikat. Dieses Jahr hatte ich Glück, denn ich konnte ihn günstig erstehen. Den Waschbären hatte ich nämlich schon vergangenes Jahr im Auge, nur ist die Besitzerin damals mit dem Preis nicht so runter gegangen wie diesmal. Da musste ich ihn einfach

Die Waschbärfigur kommt ursprünglich aus Russland
Ein niedlicher Waschbär aus russischer Produktion

mitnehmen!

Warum ich danach diese Jugendstil-Kaffeetasse gekauft habe, weiß ich selbst nicht so genau. Auf der einen Seite ist sie herrlich kitschig ohne überladen zu sein. Das Rosenmuster und der silberne Rand sind superniedlich, dazu die klassischen Jugendstilformen von Griff und Fries am Boden… aber das Teil ist ziemlich mitgenommen. „Abgescherbelt“ sagt der Oberfranke zu sowas. Na ja, es gibt sie, die Dinge die man unbedingt haben muss. Bei mir war es eben diese Tasse. Dafür hat sie nur einen Euro gekostet.

Dieser Jugendstil-Kaffeetasse sieht man ihr Alter schon an.
Diese Kaffeetasse ist purer Jugendstil – und leider etwas mitgenommen.

Das nächste Teil ist eine Schüssel – was auf dem Foto nicht so gut zu erkennen ist. Sie ist von der Firma Schönwald und ich konnte nicht daran vorbei gehen! Hauptsächlich musste ich sie einfach haben, weil ich schon einen passenden großen Teller dazu besitze. Mit genau dem gleichen Muster! Die werden nicht mehr hergestellt! Auch so ein Vorteil vom Porzellinermarkt: Man findet solche Sachen, auch wenn sie nicht mehr produziert werden.

Meine neue Salatschüssel - sogar mit Eule!
Diese Schüssel mit einer Eule drauf ist einfach nur niedlich

 

Nach dieser Schüssel sollte eigentlich Schluss sein. Wir waren fast fünf Stunden unterwegs und hatten fast alles gesehen. Aber dann… erspähte meine Begleitung eine tolle Vase. Und dann viel mein Blick auf diese Teller… gestapelt auf dem Stand ganz vorne stehend. „Nein, Frau Häkel, du brauchst keine Kuchenteller!“, sagte ich mir. Aber dann fand meine Begleitung das nächste Stück, plauderte mit dem Standbesitzer. Da dachte ich, gucken kann man ja mal. Ein Fehler. Handgemalte Teller. Wahrscheinlich unbezahlbar, nahm ich an. Aber nach dem Preis fragen gehört beim Flohmarkt halt auch immer dazu! Also hab ich drauflosgefragt. Und dann wollte der 20€ dafür haben! Handgemalte Obstteller! Plus Obstschüssel! Von Rosenthal! Jeder mit einem anderen Motiv! Die konnte ich unmöglich stehen lassen. Also hab ich die auch noch zum Auto geschleppt.

Auf jedem dieser Teller und der Obstschüssel ist ein individuelles, von Hand gemaltes Vögelchen
Fünf Obstteller mit Obstschüssel und handgemalten Vogelmotiven drauf

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