Nachhaltigkeit

Einfach nur Kaffee

Kaffee in Dose im Café
Doppeltes Glück: meine Kaffeebeute und ich einmal vor der Rösttrommel und einmal in der Genießer-Ecke.

Seit ein paar Monaten achtet ja auch der Haushalt Näh auf den verpackungsarmen Einkauf. Einige Dinge stellen sich dabei als ausgesprochen einfach heraus: beim Gemüsemann gibt es alles in die mitgebrachte Tüte, auch der Bäcker um die Ecke (und, wie ich nun herausgefunden habe, auch der am Arbeitsplatz) macht widerstandslos mit. Sogar der Metzger meines Vertrauens packt in mitgebrachte Dosen ein – oder verzichtet auf Nachfrage auf eine weitere Umverpackung, wenn man wegen eines Spontankaufs um eine Schicht Verpackung nicht herum kommt. Ernüchternd, oder? All die Jahre – hätte ich einfach nur nachfragen müssen. Bislang gab es bei meinen Standard-Verkäufern weder komische Blicke noch einschlägige Kommentare. Nachdem mir mein direktes Einkaufsumfeld es also einigermaßen leicht machte, machte ich mich auf die Suche nach etwas Schwierigerem. Schon seit einiger Zeit war mir die Kaffeeverpackung ein Dorn im Auge, außerdem hatte ich zu Hause eine Kaffeedose, in die just ein Quentchen zu wenig Kaffee reinpasst, als dass ich eine ganze 500-Gramm-Packung hineinschütten könnte. Und diese ewige Doppelbesetzung meines Küchenschranks aus gefüllter Dose und fast, aber eben nur fast leerem Päckchen machte mich inzwischen wahnsinnig. Aber in Nürnberg, der Stadt der 1000 Möglichkeiten, sah ich eine Chance, auch das in den Griff zu kriegen. Freilich kam mir, die beim Thema Müllvermeidung ja nun bestensfalls auf dem Level „auf eigene Faust“ ist, der Zufall zur Hilfe. Über die Arbeit lernte ich die Rösttrommel kennen, eine lokale Kaffeerösterei, die auch Cafés und Röstereien in der Nürnberger Altstadt und Erlangen hat. Ich jedoch hatte das Glück, zunächst am Rösterei-Standort in der Nürnberger Weststadt aufzuschlagen. Und siehe da: auf meine Anfrage, ob ich mit einem Gefäß zum Abfüllen

loser Kaffee in Dose
Coffee to to im eigentlichen Sinne: mein abgefüllter Kaffee

vorbeikommen könnte, bekam ich eine genügsame Antwort: klar. Also packte ich beim nächsten dienstlichen Ausflug auf das AEG-Gelände meine Kaffeedose ein. Diese hatte immer noch ihr unmögliches Hohlmaß von gefühlt 468,33 Gramm. Das aber machte der Thekenkraft nix aus. Mit einem Gleichmut, als würden die Leute hier ständig ihre selbst mitgebrachten Kaffeetransportgefäße ausfüllen, bekam ich meine schräge Dose aufs Gramm genau befüllt, und das auch noch in der von mir bevorzugten Bio FairTraide-Qualität. Freilich hat das seinen Preis. Bei den durchschnittlich acht Tassen, die ich davon pro Woche koche, reißt mir die Investition aber kein allzu großes Loch in den Geldbeutel. Und der Geschmack ist im Vergleich zum Supermarktkaffee viel, viel besser. Auf meine uralte Kaffeedose mit unmöglichem Füllmaß greife ich übrigens zurück, weil sie a) da ist und b) dicht schließt. Das kommt mir bei solchen Einkaufstouren auch zu Gute, konnte ich die befüllte Dose doch nach getanem Einkauf einfach in den Rucksack stecken. Mein Fazit: Kaffee lose kaufen mache ich wieder. Dabei kommt es mir entgegen, dass ich eine Großstadt mit Kaffeerösterei zur Hand habe. Ab jetzt gilt auch für meinen Kaffeeeinkauf: klar geht das verpackungsfrei – ich muss nur fragen.

Für diesen Beitrag habe ich kein Geld oder andere Zuwendungen bekommen. Auch die Fotos habe ich erst gemacht, nachdem ich meine Rechnung bereits beglichen hatte.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.