Nähen

Ausbessern?! Wie retro!

Jogginghose mit eingezogenem Gummi
Kennt ihr die Hose noch?

Kinderklamotten unterscheiden sich in einem wichtigen Punkt von Babyklamotten: manche Stücke sind durchgespielt, bevor die Kids rausgewachsen sind. Was macht man also mit all den durchgerutschten Knien, den aufgegangenen Nähten und den abgeriebenen Säumen? Die richtige Antwort wäre: ausbessern. Hier schlagen dann zwei Herzen in meiner Brust: auf der einen Seite möchte ich die Freizeit nicht opfern, auf der anderen Seite ist mir das Geld für den Neukauf zu schade. Meistens ringe ich mich zu einer Zwischenlösung durch: Gekaufte Sachen – sie landen in unserem Haushalt meistens durch Secondhand oder Klamottentausch – landen in der „Gartenkiste“, werden also bei absehbaren Schlammschlachten endgültig aufgetragen.

Blick auf ausgebesserte Hosennaht
In diesem viel geliebten Stück musste eine Naht ausgebessert werden.

Selbst Genähtes wird geflickt. Das geht ein bisschen an die Substanz, weil mir bei selbst genähten Sachen dann noch einmal bewusst wird, wo ich offensichtlich geschludert habe. Aber der Stolz, wenn die selbst gemachten Sachen zurück in den Kleiderschrank wandern, wiegt das direkt wieder auf. Damit wir uns nicht falsch verstehen: Beim Ausbessern fehlt mir viel Schönes am DIY – Stoff kaufen, die Auswahl des Schnittmusters, die Lust am Neuen -, es fällt eindeutig unter die Kategorie „Hausarbeit“. Aber von allen

Elastische Naht an langer Unterhose
Hier hatte eine Naht am Bein nachgegeben.

Haushaltspflichten ist es noch eine der angenehmeren und wenn ich dann grob überschlage, wie viel Kohle ich mit einer Stunde an der Nähmaschine ausgespart habe, ist es wieder okay. Als Großstadtbewohnerin des 21. Jahrhunderts habe ich bei weitem nicht den Biss, den meine Oma hatte: da wurde alles, einfach alles gerettet, und das mit einer Industrienähmaschine mit Pedalantrieb. Mir kamen dieses Quartal folgende Dinge unter die Nadel: eine blaue Jogginghose, bei der das Bündchen ausgeleiert war – ein eingezogener Gummi schuf Abhilfe -, eine HOSEMITAUTOSMAMA, die quasi einmal runherum erneuert werden musste (noch aus Vor-Blog-Zeiten, wie ich beim Verlinken feststellen muss!) und eine lange Unterhose, die der Wade meines Sohnes nachgegeben hat. Kopf und Nähecke waren dann endlich wieder frei für andere Projekte – aber die zeige ich euch das nächste Mal!

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