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Aktion „sew a smile“

Ein Zugbandbeutel
Ein Zugbandbeutel

Mit der Erstaufnahmeeinrichtung in Zirndorf vor der Haustüre scheint es ein schieres Ding der Unmöglichkeit, vor der aktuellen humanitären Katastrophe die Augen zu verschließen. Vielleicht stellt sich bei einigen auch das Gefühl ein, dass unsere sozialen Netze ein bisschen Unterstützung von Einzelpersonen benötigen. Bei mir ist das jedenfalls durchaus so, und wenn ich zum Beispiel nach Berlin schaue, bin ich da auch bei weitem nicht die einzige und nicht die erste, bei der sich dieses Gefühl eingestellt hat. In meinen Möglichkeiten liegt es, mich bei der Aktion „sew a smile“ zu beteiligen. Hierbei werden Taschen und Beutel für angekommene Geflüchtete genäht auf auf Sammelzentren verteilt. Für Nürnberg konnte ich mit einem Anruf beim BRK klären, dass auch vor Ort Beutel gebraucht werden, ebenso hat die Flüchtlingshilfe Fürth Taschen und Rucksäcke als Sammelgut auf ihrer Online-Liste stehen. Ansonsten hätte ich die Beutel auch für eine Sammelaktion in München verschicken können – die Adresse findet man in der Facebookgruppe. Dort kann man sich auch einer regionalen Nähgruppe anschließen, findet das

sechs Zugbandbeutel
die sechs Beutel aus dem Haushalt Näh

Schnittmuster für den Beutel, Austausch, Anschluss und sogar den Kontakt für gesponsorte Kordel, denn die dürfte an den Beuteln das Teuerste sein. Meine Beutel sind nach einem eigenen Schnitt entstanden, weil ich den gut kenne und er overlock-tauglich ist – das sorgt für stabile Nähte. Die Knoten sind mit einem Klecks Sekundenkleber gesichert, sodass die Schnüre nicht von Kinderhänden aufgedröselt und zum Sicherheitsrisiko werden können. Bei sew a smile wird außerdem der Vorschlag gemacht, die Beutel mit Hygiene-Artikeln zu befüllen. Ich für meinen Teil habe diese separat dazu gegeben, um die Flexibilität der Ausgabe zu erhöhen. Wer Päckchen packen möchte, spricht das also am besten mit der Spendenannahmestelle seines Vertrauens aus. Zu guter Letzt bleibt mir die Einsicht, dass meine sechs Beutel, eine Tüte Zahnhygiene und ein paar Kisten abgelegter Kleidung ein Tropfen auf den heißen Stein sind. Und ich fürchte schwer, dass sich das noch verschärfen wird, wenn sich der Wille vieler einzelner, helfen zu wollen, nicht auch in einen Willen zu gemeinsamer Aktivität, nämlich Solidarität, übersetzt. Wenn wir weiterhin die Infrastruktur für grenznahe Abschiebelager aufbringen, Winterkleidung aber als freiwillige Spende aus der Bevölkerung akquirieren müssen, dann läuft doch irgendwas gewaltig schief.

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