Nähen

Aktion „sew a smile“ #2

Zwanzig Zugbandbeutel im Überblick
Zehn eher gedeckte Beutel und zehn farbenfrohe

Seit einigen Wochen läuft deutschlandweit die Aktion „sew a smile“, bei der stabile Beutel für ankommende Flüchtlinge genäht werden. Seit einigen Tagen hat Nürnberg eine eigene Untergruppe, in der 200 Taschen für eine neu einzurichtende Notunterkunft gesammelt werden. War ich zuerst der Meinung, dass ich lieber alleine nähen möchte, habe ich mich nun umentschieden. Da zum 07.10.2015 200 Taschen fertig sein sollen, habe ich mich mit einer Freundin hinter die Nähmaschine geklemmt, sodass an einem Vormittag zwanzig Taschen zustande gekommen sind, die ich einen Tag später auch direkt bei der Organisatorin der Nürnberg-Gruppe abgeben konnte. Die Stoffe stammen aus den Vorräten meiner Freundin und mir, das Zugband wurde gekauft. Es scheint mir hier sinnvoll sich einer Gruppe anzuschließen, weil die zu benähende Einrichtung konkreten Bedarf angemeldet hat. Unterstützung kommt übrigens auch von anderer Seite: Ulrike aus der Wunderburg spendet Stoffe, die während der Öffnungszeiten bei ihr im Laden abgeholt werden können. Ebenso enagagiert sie der Nähfieber-Laden bei der Aktion „sew a smile“ und stellt Stoffe und Kordeln zur Verfügung. Außerdem werden über die deutschlandweite „sew a smile“-Gruppe Kordelspenden verteilt. Die Nürnberg- und die bundesweite Gruppe finden sich auf Facebook. Ebenfalls in der Wunderburg findet die Aktion „Minideckis“ statt, bei der Kuscheldecken für Kinder auf der Flucht genäht werden. Nun würde ich euch gerne auffordern, euch zu beteiligen, aber dabei habe ich irgendwie Bauchschmerzen. Nicht, weil ich die Projekte nicht nützlich finde, sondern weil ich den Eindruck habe, dass bei den Hilfeaktionen drum herum eben auch Mist passiert –  ich denke da an öffentlich gepostete Adressen auf Facebook, Stoffhortungen und

Zugbandbeutel für sew a smile
ein näherer Blick auf die Zugbandbeutel

„Spendenjagd“, aber auch die irritierende Tatsache, dass sich der Nähgruppe praktisch nur Frauen angeschlossen haben. Dabei gäbe es bei „sew a smile“ auch Möglichkeiten sich zu beteiligen, wenn man sozialisationsbedingt noch nie vor einer Nähmaschine gesessen hat. Da wir sowieso schon eine Katastrophe zu bewältigen haben, kann man das auch gleich noch mit ansprechen, finde ich. Also ergeht von meiner Seite diesmal der Vorschlag – nicht die Aufforderung – sich zu beteiligen, sich aber vor keinen Karren spannen zu lassen.

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